17.11., 20.30 Uhr @ naTo:
Talk "Die Samtene Revolution, der Underground und Karel Gott (mit uns)". Mit Stefan Segi (Prag, CZ), Matteo Colombi (GWZO/Uni Leipzig), Martina Lisa (Leipzig)

Nirgendwo war Opposition und Subkultur-Dissidenz näher als i... [mehr]

15.11., 20.00 Uhr @ naTo: Konzert/Talk Už Jsme Doma (Prag, CZ) und Trottel pres. Talayapa (Budapest, HU) live

Czech Post Punk-Dada-Jazz meets Magyar Psychedelic Post-Hard... [mehr]

14.11., 20.00 Uhr @ Kulturny dom Lipsk/Salon Similde: Ausstellung/Lesung Schon zuhause?
Miroslav Wanek (Už Jsme Doma, Prag, CZ) liest, Martin Velíšek stellt UJD-Artwork aus

Als Präludium zur Už Jsme Doma-Show am Folgetag liest Mirosl... [mehr]

SA 09.11. @ Cassioppeia, Berlin. "We Are The Flowers In The Red Zone"-Release-Festival mit Dezerter, Morus, Krain (PL) und der Schwarze Kanal (Leipzig)

Warsaw Pact Records & Zonic präsentieren:

FLOWERS... [mehr]

FR 08.11., 20 Uhr @ naTo Leipzig. Expander des Fortschritts live plus "Points East und der Subkultur-Transfer Ost-West"-Talk

Eine der wichtigsten und herausforderndsten Bands der Parock... [mehr]

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10.10. @ 20 Uhr Institut für Zukunft
Film "Era of Dance" (LT/RUS, 2017, R: Viktors Buda, OmeU)


Mit Westbam, Eastbam, Derrick May, Artemy Troitsky, Indulis Bilzēns …

Danach: Talk
Zur Geburt des (Post) Soviet Rave aus dem Post Punk im Baltikum
Mit DJ Raul Saaremets (aka Ajukaja, Röövel Ööbik/Tallinn, EST)

Das Baltikum, jene Sowjetrepubliken Litauen, Lettland und Estland, waren oft näher an westlichen Popwellen, was auch Ausdruck kultureller Unabhängigkeitsbewegung war, die 1989 längst in eine breite gesellschaftliche umschlug. Punk und Post Punk agierten dabei als widerborstige Stachel im System, wobei sich im letzten Drittel des Jahrzehnts aus letzterem eine erste Welle an elektronischer Dance-Kultur entwickelte.

Der Film „Era of Dance“ von Viktors Buda stellt vor allem Riga als Rave-Keimzelle der späten Sowjetunion vor und folgt der Entwicklung bis in die postsowjetischen 1990er. Möglich wurde diese Sonderstellung Rigas durch einen Ost-West-Brückenschlag, der vom in der BRD lebenden lettischen Künstler Indulis Bilzēns getragen wurde. Jener war schon für die Etablierung von Westbam im Westen maßgeblich, brachte ihn aber nun ab 1987 in Kooperation mit dem Rigaer Post Punk-Multimedia-Kollektiv N.S.R.D. (deutsch: Werkstatt zur Wiederherstellung nie gefühlter Gefühle) mehrmals eben dorthin. Wo dieser auf Eastbam traf, der bereits lettisch rappte und mit Tonbändern auflegte, aber auch auf das Leningrader Enfant terrible Sergej Kuriochin. Der Mitschnitt einer 1987er Performance in Riga, bei der Westbam bei Kuriochins Pop-Mechanika-Inszenierung mitwirkte, wurde sogar zu seiner ersten LP, veröffentlicht im gleichen Jahr bei Alfred Hilsbergs What´s So Funny About-Label. Zugleich landet aber auch Eastbam auf Westbam-Maxis und später sogar mit einem schrägen Hip House-Track auf Low Spirit sowie live im Westen, während Westbam mit großer Crew 1989 bei der ersten allsowjetischen DJ-Meisterschaft in Riga aufschlägt, vollzogen als Rave-Versuch in einem Stadium.

Raul Saaremets, Produzent, DJ und Radiomacher aus Tallinn, berichtet danach von dem zeitgleichen Geschehen in der estnischen Szene, in der seine Band Röövel Ööbik ab Mitte der 1980er den Weg vom Post Punk über Noise Pop und Shoegaze bis zu eigenwilligem House absolvierte. Auf dem 1989 die Debüt-7“ „History of the U.S.S.R.“ in Finnland lag, als abrechnende Vorwegnahme des Endes der UdSSR erschienen beim Label Stupido Twins, und später sogar eine John Peel-Session.
In der folgenden IfZ-Nacht stellt er zudem seine historisch unterfütterten DJ-Skills unter Beweis, geschult u.a. in den Mutant Disco-Parties, die er seit Anfang der 1990er mit der UK-Rave-Legende Rhythm Doctor organisierte, während er seit 1992 mit dem Projekt Hüpnosaurus erste Produktionsschritte unternahm, das zuletzt mit Rereleases und einem Hieroglyphic Being-Remix Würdigung erfuhr. Sein aktuelles Produkt-Alias ist Ajajuka und steht für vielseitigen Deephouse mit leichter Schräglage.


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